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21.11.08 10:35
DSL-24


„Maximal vier DSL-Anbieter bleiben übrig“

17. November 2008 - Wenn DSL-Anbieter 200 Euro Startguthaben versprechen oder die Monatsgebühr das ganze erste Jahr senken, ist klar: Die Zeit scheinbar unbegrenzten Wachstums auf dem Markt für DSL-Anschlüsse geht zu Ende. Wurden in den vergangenen beiden Jahren noch jeweils mehr als vier Millionen Haushalte neu mit DSL-Anschlüssen versorgt, werden es in diesem Jahr nur 3,2 Millionen sein, schätzt der Branchenverband VATM.

Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, hält auch diese Zahl für zu hoch. „In diesem Jahr erwarten wir im DSL-Markt ein Gesamtwachstum von 2,8 Millionen Anschlüssen; im kommenden Jahr werden es noch 2,3 Millionen Neuanschlüsse sein“, sagte Dommermuth. Dagegen kommen die Kabelnetzbetreiber erst jetzt richtig in Schwung. Rund eine Million neue Breitbandkunden werden in diesem Jahr angeschlossen.

Alice hat netto 18.000 DSL-Kunden verloren

Der Verdrängungswettbewerb unter den DSL-Anbietern hat schon begonnen. Einige Unternehmen haben zurzeit alle Hände voll zu tun, ihren Marktanteil zu verteidigen. Zum Beispiel hat Hansenet (Alice) im zweiten Quartal 11.000 und im dritten Quartal netto 18.000 DSL-Kunden verloren. Freenet hat - auch aufgrund hausgemachter Schwierigkeiten - in diesem Jahr schon 230.000 DSL-Kunden an die Konkurrenz abgeben müssen.

Viele Haushalte, die vor Jahren einen Telekom-DSL-Anschluss bei einem als Wiederverkäufer bezeichneten Telekom-Wettbewerber erworben haben, wechseln nun zu einem günstigeren Komplettpaket. Das Geschäftsmodell des Wiederverkaufs hat sich inzwischen überlebt, doch die ehemaligen Wiederverkäufer wie United Internet, Freenet und auch Hansenet (nach dem Kauf der AOL-Zugangssparte) leiden heute unter der Abwanderung vieler dieser Kunden. „Die Wechselquote wird noch etwa ein Jahr relativ hoch bleiben; dann wird sich der Markt beruhigen“, hofft Dommermuth.

Nach seiner Schätzung werden im kommenden Jahr 3,7 Millionen Haushalte ihren DSL-Anbieter wechseln. Viele Kunden haben sich daran gewöhnt, nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragsdauer zum nächsten Anbieter zu wechseln, der mit Startguthaben, Einkaufsgutscheinen oder sonstigen Anreizen lockt. Die Wechselfreude ist gefährlich für die Unternehmen, da sich die Kunden wegen der hohen Akquisitionskosten erst rechnen, wenn sie länger als zwei Jahre treu sind. „Wir achten darauf, dass wir mit jedem Kunden das Geld innerhalb der Mindestlaufzeit wieder einspielen. Wir leben aber davon, dass die Kunden länger als zwei Jahre bei uns bleiben“, sagte Dommermuth.

F.A.Z.
Von Holger Schmidt

21.11.08 10:36
DSL-24


Re: „Maximal vier DSL-Anbieter bleiben übrig“

17. November 2008 - Wenn DSL-Anbieter 200 Euro Startguthaben versprechen oder die Monatsgebühr das ganze erste Jahr senken, ist klar: Die Zeit scheinbar unbegrenzten Wachstums auf dem Markt für DSL-Anschlüsse geht zu Ende. Wurden in den vergangenen beiden Jahren noch jeweils mehr als vier Millionen Haushalte neu mit DSL-Anschlüssen versorgt, werden es in diesem Jahr nur 3,2 Millionen sein, schätzt der Branchenverband VATM.

Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, hält auch diese Zahl für zu hoch. „In diesem Jahr erwarten wir im DSL-Markt ein Gesamtwachstum von 2,8 Millionen Anschlüssen; im kommenden Jahr werden es noch 2,3 Millionen Neuanschlüsse sein“, sagte Dommermuth. Dagegen kommen die Kabelnetzbetreiber erst jetzt richtig in Schwung. Rund eine Million neue Breitbandkunden werden in diesem Jahr angeschlossen.

Alice hat netto 18.000 DSL-Kunden verloren

Der Verdrängungswettbewerb unter den DSL-Anbietern hat schon begonnen. Einige Unternehmen haben zurzeit alle Hände voll zu tun, ihren Marktanteil zu verteidigen. Zum Beispiel hat Hansenet (Alice) im zweiten Quartal 11.000 und im dritten Quartal netto 18.000 DSL-Kunden verloren. Freenet hat - auch aufgrund hausgemachter Schwierigkeiten - in diesem Jahr schon 230.000 DSL-Kunden an die Konkurrenz abgeben müssen.

Viele Haushalte, die vor Jahren einen Telekom-DSL-Anschluss bei einem als Wiederverkäufer bezeichneten Telekom-Wettbewerber erworben haben, wechseln nun zu einem günstigeren Komplettpaket. Das Geschäftsmodell des Wiederverkaufs hat sich inzwischen überlebt, doch die ehemaligen Wiederverkäufer wie United Internet, Freenet und auch Hansenet (nach dem Kauf der AOL-Zugangssparte) leiden heute unter der Abwanderung vieler dieser Kunden. „Die Wechselquote wird noch etwa ein Jahr relativ hoch bleiben; dann wird sich der Markt beruhigen“, hofft Dommermuth.

Nach seiner Schätzung werden im kommenden Jahr 3,7 Millionen Haushalte ihren DSL-Anbieter wechseln. Viele Kunden haben sich daran gewöhnt, nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragsdauer zum nächsten Anbieter zu wechseln, der mit Startguthaben, Einkaufsgutscheinen oder sonstigen Anreizen lockt. Die Wechselfreude ist gefährlich für die Unternehmen, da sich die Kunden wegen der hohen Akquisitionskosten erst rechnen, wenn sie länger als zwei Jahre treu sind. „Wir achten darauf, dass wir mit jedem Kunden das Geld innerhalb der Mindestlaufzeit wieder einspielen. Wir leben aber davon, dass die Kunden länger als zwei Jahre bei uns bleiben“, sagte Dommermuth.

F.A.Z.
Von Holger Schmidt

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